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Hochzeitsbräuche rund um die Welt / Andere Länder, andere Sitten
Äthiopien
Der arme Stamm der Karos macht es sich zur Tradition, bei Geschlechtsreife eines jungen Mädchens den Unterleib mit kleinen Schnitten zu
übersähen, die Skarifizierung, diese mit Asche einzureiben, um ein Muster auf der Haut zu erzielen und Heilung zu fördern. Diese
vernarbte Stelle gilt als Schönheitssymbol, soll die junge Frau attraktiver machen und ersetzt den Brautschmuck.
Brasilien
Beim Junggesellinnen-Abschied geht es feucht-fröhlich zu. Alle eingeladenen Freundinnen bringen ein Geschenk mit, errät die zukünftige
Braut in 3 Versuchen, was sich in dem Geschenk ist, darf sie sich über dieses freuen. Errät sie es nicht, muss sie einen Schnaps trinken
und ein Kleidungsstück ausziehen. Die Braut trägt zur Hochzeit, die nachmittags stattfindet, ein weißes oder cremefarbenes Kleid und
betritt mit dem Brautvater die Kirche, dabei wird sie von den Gästen mit Blütenblättern beworfen; beim Austritt aus der Kirche regnet es
Reis. Truthahn ist in vielen Regionen Brasiliens das traditionelle Hochzeitsessen, wenn also gesagt wird „Heute werden wir Truthahn essen
gehen“, heißt das „Wir sind heute auf eine Hochzeit eingeladen“
Bulgarien
Der uralte Brauch des Brautbadens geht bis in die römische und griechische Antike zurück, dabei muss die Braut in eine Badezuber mit
glühender Kohle – über einen roten Gürtel, den die Brautmutter bereithält – steigen. So geht die Braut rein und strahlend in die Ehe.
Rot ist in Bulgarien die Hochzeitsfarbe und die Gäste schwenken rote Fahnen.
China
Durch die Arbeitseinheit muss eine Heiratserlaubnis besorgt werden, um überhaupt heiraten zu können, danach ist eine Registrierung,
die standesamtliche Trauung, erst möglich. Als offizieller Hochzeitstermin gilt aber der per Horoskop festgelegte Hochzeitstag, nicht der
Tag der Registrierung und erst durch die Hochzeitsfeier ist das Paar „wirklich verheiratet“ und darf zusammenziehen. Die Hochzeit im
konservativen China wird mit Hilfe eines Vermittlers arrangiert und die Braut wird mit einer Sänfte zu Ihrem Zukünftigen gebracht.
Je lauter mit dem Brautpaar gefeiert wird, desto glücklicher wird die Ehe; deshalb wird die Hochzeit mit Knallkörpern eingeleitet.
Das Hochzeitszimmer wird vor der Hochzeit mit Scherenschnitten aus Phönix- und Drachendarstellungen (Brautpaarsymbolen) geschmückt
und befindet sich meist bei einem Elternteil, weil sich die Vielzahl chinesischen Paare zu Beginn der Ehe noch keine eigene Wohnung
leisten können. Rot ist die Farbe der Hochzeit, doch heute wird die Braut nicht mehr in rotes Gewand gehüllt, sie trägt, genau wie der
Bräutigam, westliche Kleider. Eine rote Schnur verbindet zwei Becher, aus denen das Brautpaar am Hochzeitstag gemeinsam trinkt.
Dominikanische Republik
Die Karibik-Insel ist christlich geprägt, deshalb sind die Hochzeitsbräuche dort sehr ähnlich wie bei uns. Der Gottesdienst wird
vormittags gehalten, die Braut trägt weiß oder creme und der Bräutigam ist dunkel gekleidet. Nach der Trauung wirft die Braut den
Brautstrauß in die heiratswillige Menge. Die Getränkekosten werden von der Person übernommen, der die Braut in die Kirche führt, die
Büffetkosten teilen sich die Elternpaare. Auf der anschließenden Feier wird kein Walzer und Mambo gespielt, sondern Salsa und
Merengue-Varianten.
England
„Mary in September´s shine, your living will be rich and fine!”, so lautet ein altes Sprichwort, denn in England gab es im Herbst am
meisten Nahrung, diese wurde als Glückbringer verwendet. Bei der Hochzeit wurde das Brautpaar, wenn es aus der Kirche kam, mit
Weizen oder Gerste beworfen. Nach der Trauung trank die Braut vier Wochen Honigwein um ihre Fruchtbarkeit zu erhöhen und einen Jungen
zu gebären, deshalb der Ausdruck „honeymoon“! Das zukünftige Paar feiert hen-night (Junggesellinnen-Abschied) und stag party
(Junggesellen-Abschied). 3 Sonntage vor der kirchlichen Trauung wird die Hochzeit in der Kirche laut angekündigt, das bringt Glück,
allerdings nur, wenn das zukünftige Brautpaar nicht anwesend ist. Der Hochzeit geht eine Generalprobe für die Zeremonie zuvor, die
Trauung findet mittags statt mit einem anschließendem Hochzeitsessen, dem „wedding breakfast“. Das auch bei uns beliebte und viel
eingesetzete Sprichwort: “something old, something new, something borrowed, something blue and a lucky sixpence in your shoe“ stammt
aus England.
Finnland
In den Mitsommernächten wird am liebsten in Finnland geheiratet. Der Bräutigam steckt seiner Zukünftigen bei der Trauung den
Verlobungs- und Ehering an den linken Ringfinger, der Bräutigam bekommt nur den Verlobungsring, den er auch als Ehering trägt.
Nach der Hochzeitsnacht wird die frisch gebackene Braut mit einem Schmuckstück von ihrem Ehemann überrascht. Die finnische Hochzeit
weicht sonst nicht von der deutschen Hochzeit ab.
Frankreich
Die eingeladenen Männer kommen bei der französischen Hochzeit auf ihre Kosten. Die in der Mitte des Raumes stehende Braut zieht ganz
langsam ihren Rock hoch, dabei bieten die Männer für jeden Zentimeter mehr Geld, die Frauen halten dagegen. Der Spaß ist vorbei, wenn
das Strumpfband der Braut zum Vorschein kommt, dem Höchstbietendem wird das Strumpfband unter starkem Applaus zugeworfen.
Griechenland
Nach streng-feierlichen Ritualen wird die orthodoxe Hochzeit zuerst mit dem Segnen der Hochzeitskränze eingeläutet. Anschließend werden
die Ringe aufgesteckt und als Symbol für die heilige Dreifaltigkeit werden dreimal die Kränze gewechselt. Als Begrüßung bekommt jeder
Gast eine Mpumpuniera, eine Geschenk aus gerösteten, mit Zuckerguss übergossenen Mandel verpackt in hellem Tüll. Nach der Trauung
werden von einem Verwandten der Braut Geldscheine gesammelt und der Glücklichen ans Brautkleid gesteckt. Das Brautpaar darf sich in
der letzten Woche vor der Hochzeit nicht zu Gesicht bekommen, das bringt Unglück.
Indien
Der Zeitpunkt der hinduistischen Hochzeit wird mittels Horoskop ermittelt und mit dem Gang des Bräutigams und den Gästen zum Elternhaus
der Braut eingeläutet, wo die Trauung stattfindet. Dort werden sie mit dem rituellen Trunk aus Joghurt und Honig begrüßt, die
Zeremonie beginnt in einem aufgebauten Pavillon, der in zwei Bereiche aufgeteilt ist. Durch einen Vorhang getrennt, betritt das
Hochzeitspaar getrennt den Pavillon, dieser wird während der Vorlesung der heiligen Verse vom Priester langsam zur Seite geschoben,
dabei sieht sich das Brautpaar häufig zum ersten Mal. Danach wird die Braut vom Brautvater an den Bräutigam übergeben, der verspricht,
seiner Frau treu zur Seite zu stehen und sie zu ehren. In das flackernde heilige Feuer, das bereit gestellt ist, werden Opfergaben vom
Brautpaar geworfen, meist Butteröl und Reis, anschließend werden die Kleider des Brautpaares miteinander verknotet und sie müssen
gemeinsam sieben Schritte um das Feuer schreiten. Ornamente aus Hennapaste, die der Braut von Frauen in bis zu drei Tagen auf Händen
und anderen Körperstellen aufgemalt werden, sollen Glück bescheren. Dabei wird der in Sari gehüllten Braut erläutert, was eine
gute Ehefrau ausmacht. Die Braut, die vor ihrer Hochzeit bei den Eltern gewohnt hat, verlässt nach der Hochzeit das Elternhaus und lebt
bei ihrem Ehemann.
Italien
Als kleines Präsent des frisch verheirateten Brautpaares werden gezuckerte Mandeln an die Gäste verteilt, die das Süße und Bittere im
Leben symbolisieren sollen. Die Hochzeit findet glamourös im großen Stil bis in die Morgenstunden statt. In Süditalien wird noch
um die Hand der Braut angehalten, ganz traditionell mit einem Ständchen unter dem Fenster der Angebeteten. In Sardinien muss das
frisch vermählte Paar einen Teller Suppe gemeinsam auslöffeln im Haus der Braut, anschließend wird Honig gegessen, als Symbol für
bald eintreffenden Reichtum und süße Stunden.
Japan
Die japanische Hochzeit findet nur im engsten Familienkreis statt. Die Braut trägt bei der Zeremonie eine traditionelle
Hochzeitsrobe und ist komplett in weiß gehüllt, das bedeutet Reinheit für die Ehe. Für den Beginn der anschließenden Feier wird von
der Braut ein folkloristischer Kimono aus Seidenbrokat getragen. Zum Ende der Feier zieht sich die Braut erneut um und erscheint in
einen bunten Kimono. Der Bräutigam trägt einen schwarzen Kimono mit den Wappen seiner Familie, bei der Zeremonie wird das Brautpaar
durch den Shinto-Priester spirituell gereinigt und gesegnet. Bevor die Ringe getauscht werden, leistet der Bräutigam einen Eid, der
Braut ein treuer und liebender Ehemann zu sein. Anschließend trinkt das frisch vermählte Paar aus einer Schale mit Sake, die vom
Priester geweiht ist. Gefeiert wird in einem Ballsaal, zum Abschied und als Dankeschön verteilt das Brautpaar Blumen an die Gäste.
Jemen
Die Hochzeit beginnt an einem Mittwoch, ab diesem Zeitpunkt feiert das Brautpaar getrennt und der Bräutigam kommt für sämtliche
Kosten auf. Die Braut darf das Haus jetzt nicht mehr verlassen, ist ganz in Grün gehüllt und wird von den weiblichen Gästen mit
Henna-Ornamenten an Händen und Füßen gemalt. Der Bräutigam feiert in dieser Zeit schon mit den Gästen. Jeder, der an diesem Tag an
das hell erleuchtete Haus klopft, bekommt etwas zu essen, als Zeichen der bevorstehenden Hochzeit. Der Donnerstag startet mit dem
Ehevertrag unter dem Segen des Imam, den der Bräutigam und Brautvater in der Moschee beschließen. Anschließend findet die sakrale
Hochzeitsprozession zum Haus des Bräutigams statt, hier trifft dann auch die Braut ein, die von den männlichen Verwandten dort
hingefahren wird. Die eigentliche Hochzeit wird am Abend gefeiert. Am Freitag wird die gesamte Verwandtschaft vom Bräutigam zum
Essen eingeladen. Während die Frauen kochen, treffen sich vormittags die Männer am Tal Wadi Dhar, der Bräutigam gibt hier
Gewehrschüsse in die Luft ab und dann wird der traditionelle Djambiatanz getanzt. Das Festmahl wird getrennt eingenommen.
Kenia
Die Suaheli-Braut wird vor der Hochzeit so richtig verwöhnt, von Kopf bis Fuß rassiert, mit Kokosöl massiert, Henna-Tatoos auf den
Armen und Knöcheln und mit Sandelholz parfümiert wird sie von der somo, eine ältere Frau des Stammes, über die ehelichen Pflichten
aufgeklärt. Am Hochzeitstag nimmt der Bräutigam der Braut den Schleier ab, sie sehen sich wahrscheinlich zum ersten Mal bei der
Eheschließung in der Brautkammer. In einer Moschee findet die eigentliche Hochzeit statt, hier dürfen nur Männer teilhaben.
Die Massai-Braut wird von ihrem Vater mit Milch auf Kopf und Brust bespuckt, begleitet von den Worten „Möge Gott dir viele Kinder
schenken“, das ist sein Segen. Anschließend begibt sich die junge Braut auf den Weg zu ihrem wesentlich älteren Bräutigam, der von
den Eltern ausgewählt wurde und der Braut völlig fremd ist. Hierbei darf sie sich nicht umschauen, sonst erstarrt sie zu Stein. Um
der Braut den Weg zur Schwiegermutter zu erleichtern und unversehrt bei dem Zukünftigen anzukommen, wird Sie von Familienmitgliedern
des Bräutigams getragen. Sie selbst muss sich beschimpfen und beleidigen lassen von den weiblichen Angehörigen des Bräutigams,
wie sie das aufnimmt und damit umgeht, zeigt Ihre Wesensart in der Ehe. Die Braut tritt aber erst dann ein, wenn sie die Geschenke
der anderen Familie zufrieden gestellt haben.
Kroatien
Als Junggesellinnen-Abschied „getarnt“ findet die Verlobung im Haus der Braut statt. Nur ihre Freunde und Verwandten werden
eingeladen. Am Hochzeitstag treffen sich diese bei der Braut zu hause, die Freunde und Verwandten des Bräutigams sind bei ihm im
Haus angekommen. Den Gästen werden von unverheirateten Mädchen eine Hochzeitsnadel, verziert mit einem Bändchen in den Landesfarben
und Rosmarin, angesteckt. Nach Kaffee und Kuchen geht es gemeinsam in die Kirche. Anschließend wird in einem Saal gefeiert und die
Gäste werden verköstigt mit Meza, kalten Platten, und Spanferkel. Kroatischer Pflaumenwein macht die Runde noch lustiger. Während
dessen begrüßt die Braut mit ihrer Trauzeugin jeden Gast einzeln und stößt mit ihnen an. Auf ein Tablett, das die Trauzeugin trägt
liegt ein Apfel mit Dukaten besteckt, der den Wohlstand der Familie darstellen soll. Glückwunschkarten und Geldkuverts werden auf
dieses Tablett belegt. Nach Paartänzen und dem Kreistanz Kolo wird um Mitternacht die Hochzeitstorte vom Brautpaar angeschnitten
und sich gegenseitig mit einem Stück gefüttert. Der Bräutigam muss dann mit den Zähnen das Strumpfband seiner Liebsten entfernen,
die den Rock hochgezogen hat und ihr Bein auf einen Stuhl gestellt hat. Dieses Stumpfband wird dann in die Menge der unverheirateten
Männer geworfen; das unverheiratete Mädchen, das inzwischen den Brautstrauß gefangen hat tanzt nun mit dem Mann, der das Stumpfband
erwischt hat. Nach Mitternacht ist die Braut kurz abwesend und kommt in einem Abendkleid wieder zur Hochzeitsrunde, so lässt es
sich besser bis zum Morgen feiern.
Marokko
Den passenden Mann für die Tochter muss der Brautvater auswählen, einzige Ausnahme ist der Heiratsmarkt in Ait Ameur, hier können
selbst geeignete Partner ausgesucht werden. Diese Hochzeit wird teuer und während der Verlobungszeit, die in der Regel 6 Monate
bis 2 Jahre dauert, wird die zukünftige Braut an Festtagen mit Geschenken wie Parfüm und Schmuck (nur aus Gold) überhäuft.
5 Tage vor der Hochzeit wird das Brautzimmer mit allen Utensilien für die Hochzeitsnacht ausgestattet. Die negassa, eine weibliche
Angehörige, badet die Braut, schminkt und schmückt sie mit Henna-Ornamenten auf Händen und Knöcheln. Nach der Zeremonie feiern Männer
und Frauen getrennt und nur der Bräutigam darf zu seiner Braut. Die Feier geht noch bis spät in die Nacht, die Braut wird aber auf
einem Tisch sitzend von Hochzeitsbediensteten auf den Schultern zum Brautzimmer getragen und das die nächsten 7 Tage. Die Bediensteten
verlassen nach dem zweiten rituellen Brautbad das Brautzimmer.
Mexiko
Für das Outfit kann die mexikanische Braut zwischen einem Brautkleid mit Schleier, einem Kleid im Flamenco-Stil und einem engen
Kleid mit Bolero-Jacke wählen. Anstelle der Blumen kann die Braut auch einen Fächer in den Händen halten. Der Bräutigam trägt
einen Anzug mit Bolero und einer eng anliegenden Hose, alles im Matadorstil. Einige geladene Gäste übernehmen als Madrinas und
Padrinos bestimmte Aufgaben. Für ein verziertes Seil, dass um das Brautpaar während des Gelübdes gelegt wird und die Einheit des
Paares symbolisieren soll, ist die Madrina de laso verantwortlich. 13 Münzen, die als Symbol für unantastbares Vertrauen dienen
und für Christus und seine 12 Apostel stehen, hält während der Trauung die Madrina de arras. Diese Münzen werden dem Priester in
einer kleinen Box übergeben, der segnet diese und gibt sie der Braut. Diese lässt die Münzen in die offenen Hände des Bräutigams fallen
, der übergibt sie der Madrina de arras. Nach der Zeremonie erhält wieder der Priester die Münzen und die Box getrennt, füllt die
Münzen in die Box und überreicht diese dem Bräutigam. Er entleert die Box in die haltenden Hände der Braut und platziert die Box
darauf. Mit diesem Ritual deutet der Bräutigam seiner Braut, dass alle weltlichen Güter ihrer Kontrolle unterliegen.
Namibia
Vor der Zeremonie wird die Braut der Himbas geraubt, dazu wird ihr ein Kopfschmuck aus Leder, der das Gesicht verdeckt, angelegt
und vom Bräutigam und seiner Familie entführt. Gefeiert wird ausgelassen, getanzt wird der traditionelle ondjongo-Tanz und die
Frauen cremen sich mit einer Mixtur aus Harz, Butterfett, rotem Ocker und Duftstoffen ein als Symbol für Leben und als Farbe der Erde.
Trifft die Braut im Haus des Bräutigams ein, wird sie als erstes von den Verwandten des Bräutigams an Armen, Bauch und Brust mit
Butterfett eingecremt als Zeichen der Akzeptanz.
Niger
Bei den Frauen der Woddabe kann es schon mal vorkommen, dass sich zwei Cousins in die baldige Braut vergucken. Diese wird heiß
umworben, denn die Männer treten in ihrem wichtigsten und schönsten Amulett auf, dabei entscheidet sich die Braut für ihren
Zukünftigen. Der andere geht dabei aber nicht leer aus, er ist weiterhin willkommen, wenn die Braut möchte, auch im Bett.
Österreich
Nach altem österreichischen Brauch muss die Braut am Tag der Trauung ein Stück Unterwäsche verkehrt herum anziehen. Dadurch werden
die bösen Geister verwirrt und in die Flucht geschlagen.
Rumänien
Um die Braut vor den Traualtar zu führen, muss der Bräutigam erst eine kleine Kletterpartie einlegen. Der Brautkranz, der von
Freunden der Braut in der Krone eines hohen Baumes befestigt wurde, muss von dem Bräutigam geholt werden. Dabei wird von den
Freunden des Paares eine Pyramide gebildet, an dessen Spitze steht der Bräutigam. Ist der wieder heil unten angekommen, setzt er
den Brautkranz seiner Zukünftigen auf. Ist die Trauung vollbracht, verspritzt die Braut Rosenwasser auf die Schwelle ihres neuen zu
Hause und in alle Richtungen werden Weizenkörner und Salz gestreut.
Schottland
Erst im 20. Jahrhundert durch Königin Victoria wurde das weiße Brautkleid aktuell, auch Blau ist sehr beliebt: „Mary in blue,
love is true“. Grün gilt als Farbe der Elfen und um diese nicht zu vergrämen, war diese Farbe lange Zeit verpönt. Die Braut trug
zu ihrer Hochzeit einfach ihr schönstes Kleid oder nähte sich selbst ein neues, dabei wird es nicht ganz fertig gestellt und ein
Nadelstich ausgespart, denn das bringt Unglück. Auch schottische Tracht ist heute sehr beliebt. Am Tag der Hochzeit legt die Braut
meist ein blaues Strumpfband an und ein Geldstück in ihren linken Schuh, gemäß dem Spruch: „Something old, something new, something
borrowed, something blue and a lucky sixpence in your shoe!“. Wird dem Bräutigam in einer unbeobachteten Minute Salz in seine
Jackentasche gestreut, bringt das Glück. Nach der Trauung warf früher der Brautvater einen Schuh nach dem Hochzeitspaar und
symbolisiert so die Abgabe seiner Verantwortung für die Tochter. Heute wird nach der kirchlichen Hochzeit Reis geworfen.
Südafrika
Die Hochzeit der Ndebele beginnt mit der Vergütung für die Braut, die aus Viehbestand oder Geld besteht. Danach muss sich die
Zukünftige einer zweiwöchigen Separation unterziehen, dabei werden ihr von älteren Frauen die Aufgaben einer frommen Ehefrau gelehrt.
Anschließend schmückt sich die Braut reich mit kräftigen Perlenreifen um Beine und Taille und Perlenschmuck. Das Hochzeitsoutfit der
Ndebelebraut ist eine Decke, diese trägt sie bis an ihr Lebensende zu besonderen Anlässen. Erst wenn die Braut ihr erstes Kind gebärt,
ist sie richtig verheiratet.
Thailand
Der Bräutigam schenkt den Brauteltern bei der Verlobung Geld, dies ist als Geste zu sehen und wird meist an der Hochzeit an das
Brautpaar weitergegeben. Die buddhistische Hochzeitszeremonie findet an dem astrologisch ermittelten Datum morgens statt, die Braut
erscheint in einem schut tai, einem Seidengewand, der Bräutigam trägt einen schwarzen Anzug. Als erstes wird der Segen der Mönche empfangen, anschließend werden diese vom Brautpaar mit wertvollen Speisen verwöhnt. Die thailändische Hochzeit ist nicht religiös, oft sind aber Mönche anwesend. Auch ein Trauungsgelübde wird nicht abgelegt, stattdessen trägt das Brautpaar drei gemalte Punkte auf der Stirn, das bringt Glück und eine Girlande aus weißen Blumen, um böse Geister abzuweisen. Die Ehe wird durch einen „Alten“ eingeleitet, dabei werden dem Brautpaar sai monkons, zwei Stoffkränze aus weißen Fäden auf die Köpfe gelegt. Heiliges Wasser wird aus einer Muschel in die Hände des Brautpaares gegossen und tropft dann in kreativ gesteckte Blumenschalen. Das frisch vermählte Paar wird durch die gleiche Handlung von Eltern und Gästen gesegnet. Gefeiert wird meist in einem angemieteten Saal oder im eigenen Haus. Bei der abendlichen Feier, deren Kosten die Eltern tragen, erscheint die Braut in einem weißen Abendkleid. Die Hochzeitsfotos werden in traditioneller Tracht nach der Hochzeit gemacht.
Türkei
In städtischen, modernen Familien dürfen sich die zukünftigen Partner selbst ausgesucht werden. Eingeleitet wird die Hochzeit mit einem
lauten Konzert aus Musik und Autohupen und nach der religiösen Vermählung wird abends in einem angemieteten Saal gefeiert. Dem
Brautpaar werden Salz und Eier, stehen für Harmonie und Fruchtbarkeit der Frau; Reis, Mehl und Brot, steht für genügend Nahrung,
geschenkt. Der Braut werden Geld- und Goldschmuckgeschenke ans Hochzeitskleid geheftet. Auf dem traditionsbewussten Land muss der
Bräutigam an die Brautfamilie erst mal einen angemessenen Brautpreis in Form von Gold oder Geld zahlen als Entschädigung, dass
er jetzt ihre Tochter heiratet. Mindestens drei Tage dauert die Hochzeitsfeier, dabei amüsieren sich alle Frauen bei der Brautfamilie
und alle Männer bei der Familie des Bräutigams, auch die Geschenke werden getrennt überreicht. Am letzten Tag der Feierlichkeiten
wird die Braut, wunderschön gekleidet mit einem roten Taillenband, vom Bräutigamvater in ihr neues zu hause gefahren. Anschließend
findet dort oder in der Moschee die islamische Trauung statt, vollzogen vom hoca. Erst dann findet die gesetzliche Besiegelung der
standesamtlichen Trauung statt.
USA
Ca. einen Monat vor der Hochzeit wird das bridal shower, der Junggesellinnen-Abschied, gefeiert, die Zukünftige Braut feiert
ausgelassen mit ihren weiblichen Gästen und wird reich mit Haushaltsgegenständen beschenkt. Zugleich feiert der zukünftige
Bräutigam stag-party, der Junggesellen-Abschied, ebenfalls nur mit seinen männlichen Gästen. Je größer, glamouröser und pompöser
die amerikanische Hochzeit, am liebsten als Themenhochzeit und im Juni, desto besser. Dabei spielt für die Braut die
maid-of-honor, Ehrendame, die verheiratet sein muss oder die bride´s maid, Brautjungfer, die wichtigste Rolle, diese verschickt
die gestalteten Einladungskarten und steht auch sonst mit Rat und Tat zur Seite. Dem Bräutigam steht der „best man“ als
Organisator zur Seite. Damit am Tag der Hochzeit auch nichts schief geht, findet 24 Stunden vorher das rehearsal, die
Generalprobe, statt mit anschließendem rehearsal dinner. Am Hochzeitstag wird die Braut vom Brautvater an den Bräutigam
übergeben, im Hintergrund wird der Hochzeitsmarsch gespielt, nach der Zeremonie wird das frisch vermählte Paar von allen
Anwesenden mit Konfetti und Reis beschmissen. Die riesige Feier wird meist in einem großen Festsaal gehalten, dort wird auch die
gigantische Hochzeitstorte vom Brautpaar angeschnitten und ausgiebig gefeiert.
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